„Wo der Pfennig geschlagen, da gilt er nichts“ So oder so ähnlich könnte man die Einstellung mancher Niederbayern zum Bayerischen Wald direkt vor der Haustüre bezeichnen. Es gibt eine ganz erhebliche Anzahl Passauer, denen die Schönheit und der Erlebniswert des Bayerwaldes beginnend an der nördlichen Landkreisgrenze gänzlich unbekannt sind. Und dabei ist es nicht nur das oft leicht spöttisch belächelte „Wandern“, für das sich die beliebte Urlaubsregion anbietet. Eine ganze Reihe von echten Sehenswürdigkeiten kann einen Tagesausflug nach Regen, Cham, Zwiesel, Freyung und all die kleinen Örtlichkeiten darum und dazwischen zu einem erlebnisreichen Familientag oder auch zu einem romantischen Tag der Zweisamkeit machen. Wir stellen hier ein paar Sehenswürdigkeiten aus der näheren Umgebung vor.

Bildergallerie:
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Naturpark Bayerischer Wald

Entlang der bayerisch-böhmischen Grenze liegt der Naturpark Bayerischer Wald. Im Osten grenzt der Nationalpark Bayerischer Wald und im Norden der Naturpark Oberer Bayerischer Wald an. Nachbarn auf tschechischer Seite sind das Landschaftsschutzgebiet und der Nationalpark Böhmerwald. Der Naturpark Bayerischer Wald ist einer der ältesten Naturparke Bayerns – er existiert bereits seit 1967. Umfasste er zunächst nur den Altlandkreis Regen, erstreckt er sich heute auch über die nördlich der Donau gelegen Teile der Landkreise Deggendorf und Straubing-Bogen sowie über den Landkreis Freyung Grafenau und umfasst eine Fläche von 307.700 ha.
Die Bayerwaldlandschaft bietet neben den Ausblicken von den Gipfeln und attraktiven Wasserläufen zahlreiche Möglichkeiten der Naturerholung. Eine Wanderung durch das Urwaldgebiet in der Arberseewand weckt Staunen und Ehrfurcht vor den Baumriesen.
Hohen Erlebniswert besitzen die Wildbachklamm Buchberger Leite oder auch die Ilz, eine der letzten Wildwasserflusslandschaften Deutschlands. Eine besondere Rarität aus der Tierwelt ist der Fischotter, der im Naturpark Bayerischer Wald eines seiner letzten Vorkommen hat.

Haus zur Wildnis

Im August 2006 eröffnete das zweite Informationszentrum des Nationalparks Bayerischer Wald, das „Haus zur Wildnis“, bei Ludwigsthal zwischen Zwiesel und Bayerisch Eisenstein.
Ein attraktiver Wanderweg führt ab Ludwigsthal die Besucher durch das Tier-Freigelände –
mit Urrind, Wildpferd, Wolf und Luchs – direkt zum „Haus zur Wildnis“. Hier ist die ganze Familie eingeladen, ihre Phantasie neu zu entdecken und den wilden Wald draussen intensiv zu erleben. Lassen Sie sich von den Einblicken, die eine interaktive Ausstellung gewährt überraschen, gehen Sie mit auf eine fiktive „3D-Wildnisreise“ im Kino und entdecken Sie die verborgene Welt der Wildnis im „Wurzelgang“. Der 20 Meter hohe Aussichtsturm bietet eine fantastische Rundumsicht auf das Wolfsgelände, die Baumwipfel und das Bayerwaldpanorama. Anspruchsvolle und hochwertige „Mitbringsel“ hält der Souvenirladen bereit.
Kulinarische Spezialitäten aus dem Bayerischen Wald werden im eigenen Wirtshaus angeboten. Spezielle Angebote für Kinder, z. B. der Spiel- und Erlebnisraum und die „Kinderlinie“ in der Ausstellung machen das „Haus zur Wildnis“ zu einem Ausflugsziel für die gesamte Familie. Kulturelle Veranstaltungen laden Abends zu einem Besuch.
Der Eintritt ist frei! Das „Haus zur Wildnis“ ist ganz bequem mit dem öffentlichen Bus oder der Waldbahn (Haltepunkt Ludwigsthal) zu erreichen.

Das Haus am Strom

Das Haus am Strom ist ein modernes Umwelt-Erlebniszentrum, direkt am Donauradweg Passau-Linz, das sich dem Themenschwerpunkt „Wasser“ verschrieben hat. Eine interessante Dauerausstellung zum Thema „Wasser“ wird begleitet von Seminaren, Führungen und Bildungsangeboten. Wer glaubt, er wüsste schon recht gut Bescheid über das Wasser der Donau, der wird im Haus am Strom trotzdem noch einiges dazu lernen können.
Das Gebäude ist nach dem neuesten Stand der Umwelttechnik konstruiert: Verwendet wurden ausschließlich umweltverträgliche Baumaterialien. Ein Aufzug, der nach dem Prinzip einer Schleuse arbeitet, wird ausschließlich durch die Auftriebskräfte des Donau Wassers betrieben. Die Besucher können die Funktion des Aufzugs in der gläsernen Aufzugskabine beobachten.

Haus der Bienen

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kirchberg im Wald und dem Imkerverein Regen entstand das neue Lehr- und Informationszentrum „Haus der Bienen“ sowie ein Bienenund Naturlehrpfad. Hier wird dem Besucher auf dem rund 45 Minuten dauernden Rundweg mit Informationstafeln die heimische Natur und die Welt der Bienen erklärt. Dem Besucher wird unter sachkundiger Führung eines Imkers Einblick in die wunderbare und geheimnisvolle Welt der Bienen ermöglicht. Übrigens, wussten Sie schon, dass die Bienen eines Volkes 16 Millionen Blüten aufsuchen müssen, um 1 Glas (500 g) „Echten Deutschen Honig“ zu sammeln? Dabei legen sie Entfernungen zurück, die dem dreifachen Erdumfang entsprechen.
Im Bayerischen Wald war die Korbimkerei seit vielen Generationen in allen Dörfern, Weilern und Einöden verbreitet. Heute hat auch hier, wie in der gesamten Bundesrepublik Deutschland, die sanfte Biene der Rasse Carnika Einzug gehalten. Das Informationszentrum Haus der Bienen in Kirchberg i. Wald soll dem Menschen die Natur näher bringen. Es soll zeigen, wie wichtig die natürlichen Zusammenhänge sind und vielleicht auch eine Begeisterung für das Hobby des Imkers wecken.

Ilz – „schwarze Perle“ des Bayerischen Waldes

Ist mit einer Länge von 65 km ein linker Nebenfluss der Donau im Bayerischen Wald und wird wegen ihrer schwärzlichen Farbe „schwarze Perle“ genannt. Sie entspringt auf deutscher Seite im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet im Nationalpark Bayerischer Wald.
Ihre Quellflüsse Kleine Ohe, Große Ohe und Mitternacher Ohe entspringen dort zwischen den Bergen Rachel (1.453 m) und Lusen (1.373 m) und vereinigen sich im Gemeindegebiet Schönberg. Sie hat ein Gefälle von 780 Höhenmetern und ist fast auf ihrer gesamten Länge weitgehend naturnah erhalten.
Tief eingeschnittene Schluchten und lichtdurchflutete Wiesen begleiten die Ilz auf ihrem Weg zwischen Rachel und ihrer Mündung in die Donau bei Passau. Die Ilz ist neben dem Regen der bedeutenste Fluss des Bayerischen Waldes und gehört dennoch zu den kleinen Flüssen. Sie erreicht bei Tittling den Landkreis Passau. Dort bildet sie die Grenze zum Landkreis Freyung-Grafenau, bevor sie ab Fürsteneck vereinigt mit der Wolfsteiner Ohe mittig durch den nördlichen Landkreis bis zur Dreiflüssestadt Passau fließt.
Der Stausee Oberilzmühle nördlich von Passau staut die Ilz über 5 km zum See auf. Bei der Burgruine Hals wird die Ilz für das Kraftwerk Hals noch einmal 1 bis 1,5 km zum See aufgestaut. Das Bemühen, einen weiteren Stausee bei Dießenstein in der Gemeinde Saldenburg zu errichten, scheiterte in den siebziger Jahren am Widerstand der Naturschützer. Nach langwierigem Tauziehen wurde dort 1981 das Naturschutzgebiet „Ilz am Dießenstein“ geschaffen, das 1991 in „Obere Ilz“ umbenannt wurde. Die Ilz wurde für die Jahre 2002 und 2003 als Flusslandschaft des Jahres gewählt.

Naturschutzgebiet Saußbachleite

Die „Saußbachleite“ (Saußbachklamm) südlich von Waldkirchen gelegen, ist als „Naturschönheit“ ersten Ranges weithin bekannt. Einen Kilometer lang zieht sie sich durch eine tief eingeschnittene Schlucht. In jahrtausendelanger unermüdlicher Arbeit verrichtete hier die „Erlau“ ihr Werk. Dabei blieben riesige Granitblöcke zurück, die trotzig dem rauschenden Wasser entgegenstehen. Ein Naturschauspiel, in dem der üppige Pflanzenbewuchs ringsum Kulisse ist. Als urtümliches Landschaftsbild mit einer interessanten „Flora“ wurde die Saußbachklamm 1939 zum „Naturschutzgebiet“ erklärt.
Wie sehr die Waldkirchner dem Natur- und Heimatgedanken anhingen, dokumentiert eine Gedenktafel in der Saußbachklamm. Man schuf sie zur ehrenden Erinnerung an „Apotheker Ludwig Ilgmeier“, mit dessen Unterstützung die Waldvereinssektion Waldkirchen 1905 einen „Fußweg“ durch die Klamm anlegte. Der Künstler und Bildhauer Franz Biber fertigte das Relief mit der Darstellung des Förderers. Dem Festprogramm für die Enthüllung des Gedenksteins vom 24.07.1911 nach zu urteilen, nahm diese Feierlichkeit einen großen kulturellen Rahmen ein.

Tipp für Passauer Firmen:

Seminarveranstaltungen für Kunden und Mitarbeiter wirken besonders nachhaltig, wenn Erlebnisse und Erfahrungen in der Gruppe gemacht werden können. Der Bayerische Wald bietet dazu lehrreiches wie auch herausforderndes. Ein Besuch in den Naturhochseilgärten Waldkirchen oder Schönberg zu Beispiel kann aus Einzelgängern echte Teamplayer machen. Erfahrungen im Grenzbereich weiten Horizonte und decken Potenziale auf. Dabei ist die Nähe und Erreichbarbeit von Passau aus ein besonderer Bonus, denn nichts ist demotivierender und dem nachhaltigen Erfolg mehr abträglich, als die ganze positive Energie des Seminars auf einer mehrstündigen Autobahnfahrt nach Hause wieder zu verbrauchen. Tipp: Die Teilnehmer in einer komfortablen aber urigen Unterkunft einbuchen und dies als Basis für das Programm nutzen, zum Beispiel den „Alten Hof“ in Röhrnbach.
Infos im Web:

www.alter-hof-bayern.de
www.die-erlebnis-akademie.de
www.kletterwald-waldkirchen.de