Die Bereitstellung der Energie für unser tägliches Lebensumfeld ist derzeit in aller Munde. Das Bewusstsein von Medien, Politik und Bürgern zu dem wichtigen Thema Energie hat sich leider erst durch die Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima in Japan wieder geschärft. Vordergründig wird dabei aber nur der Ausstieg aus der Kernkraft und die Energiewende hin zu den regenerativen Energieträgern thematisiert. In den nächsten Jahren ist es aber sinnvoll, sich nicht nur mit der Entscheidung zu Kernkraft oder regenerativen Energien zu beschäftigen. Es sind umfangreichere Gedanken notwendig, wie wir durch unsere Energienutzung den Kindern, Enkeln und nachfolgenden Generationen ein Lebensumfeld übergeben können, dass auch in Zukunft die gleichen Qualitäten bietet, wie wir sie derzeit erleben.

Die Energiewende sollte auf drei Bausteine aufgebaut werden: Energie sparen, vermehrter Einsatz regenerativer Energien und Erhöhung der Energieeffizienz.

Die Energieeffizienz lässt sich beispielsweise durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung sehr leicht steigern. In den letzten Jahren ist durch die Entwicklung kleiner stationärer Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen die dezentrale Wärme- und Stromerzeugung immer interessanter geworden. Kraft-Wärme-Kopplung heißt, dass meist durch einen kleinen stationären Motor Wärme und Strom gleichzeitig erzeugt wird.

Durch die gleichzeitige Wärme- und Stromnutzung werden Gesamtnutzungsgrade bis zu 90 % erreicht. Zum Vergleich: Bei der konventionellen Stromerzeugung über Großkraftwerke, bei denen die Abwärme meistens nicht genutzt wird, liegt der Wirkungsgrad bei etwa 35 %. Durch eine Vielzahl von kleinen KWK-Anlagen kann somit die Energieeffizienz wesentlich gesteigert werden.

Von vielen Herstellern wurden kleine stationäre Motoren für Biogas, biogene, flüssige Brennstoffe und Erdgas zur elektrischen Stromerzeugung zwischen 3 kW und 50 kW entwickelt, bis hin zu Mikro-KWK-Anlagen, die Leistungsmodulierend zwischen 10 kW und minimal 3 kW Strom erzeugen. Bei Stromleistungen von 3 bis 50 kW kann gleichzeitig eine Wärmeleistung von ca. 5 – 90 kW erreicht werden.

Diese energetisch sinnvolle Technik wird von der Politik beachtet und gefördert. Im Jahr 2009 wurde das KWK-Gesetz novelliert: Im Gegensatz zu den sinkenden Stromeinspeisevergütungen von Photovoltaik- und Biogasanlagen bleiben die Vergütungssätze für KWK konstant hoch.

Auch Energieversorgungsunternehmen springen auf den Zug auf und fördern verschiedene Investitionsmodelle. Bemerkenswert ist dabei das Angebot des Energieversorgers Lichtblick. In Kooperation mit VW wurden stationäre Gasmotoren in einem kompakten KWK-Modul eingesetzt. Lichtblick bietet dabei zu einer sehr geringen Investitionssumme ein interessantes Wärmecontractingmodell an. Ab einem Energieverbrauch von ca. 45 000 kWh/Jahr Erdgas oder 5 000 Liter/Jahr Heizöl und einem bestehenden Erdgasanschluss im Gebäude, ist der Einsatz des „Zu-Hause-Kraftwerks“ von Lichtblick auf jeden Fall überlegenswert.

Nicht die Kernkraft ist Brückentechnologie für die nächsten Jahre, sondern die Kraft-Wärme-Kopplung. Durch den verstärkten Ausbau von kleinen, dezentralen KWK-Einheiten ist eine wesentliche Steigerung der Energieeffizienz und somit eine Umweltentlastung erreichbar. Auch wenn dabei noch fossile Energien eingesetzt werden, ist dies als Brückentechnik für die nächsten 10 bis 15 Jahre interessant. Bis dahin ist mit stetiger Erhöhung der Anteile an regenerativen Energien die Energiewende machbar.