Viele Regionen Deutschlands sind vom Hochwasser betroffen – so auch Passau. Dadurch entstehende Schäden am eigenen Heim können unter bestimmten Voraussetzungen als aussergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt werden. Darauf macht Ralf Baumkirchner von der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. in Passau aufmerksam. „Steuerlich können jedoch nur Schäden berücksichtigt werden, welche die Wohnung betreffen“, informiert er. „Werden das Auto, die Garage oder der Garten beschädigt, ist leider keine Steuererleichterung möglich.“

Ein weiterer wichtiger Punkt: Steuerlich absetzbar sind Schadenskosten, die nicht durch eine übliche Versicherung abgedeckt werden können. Das gilt in der Regel zum Beispiel für Grundwasserschäden. Gibt es eine Versicherung, wird jedoch der Selbstbehalt steuerlich anerkannt. „Grundsätzlich müssen von den tatsächlich angefallenen Kosten die von der Versicherung geleisteten Zahlungen abgezogen werden“, erklärt Ralf Baumkirchner. „Diese Summe wird dann in der Steuererklärung als aussergewöhnliche Belastung eingetragen. Allerdings zieht das Finanzamt davon noch einmal eine zumutbare Belastung ab. Diese liegt je nach Einkommen und Kindern zwischen 1 und 7 Prozent der Einkünfte.“

Nach einem Hochwasser empfiehlt es sich, relativ schnell die Schäden am Haus zu beseitigen – auch aus steuerlicher Sicht, wie Ralf Baumkirchner betont. „Die Renovierungsarbeiten müssen innerhalb von drei Jahren erfolgen“. Die Kosten können in dem Jahr geltend gemacht werden, in dem sie anfallen. „Wer also im Januar 2011 vom Hochwasser betroffen ist, aber erst 2012 mit den Reparaturen beginnt, kann die Kosten erst in der Steuererklärung 2012 absetzen.“ Sollte eine Finanzierung notwendig sein, können sogar die Zinsen als aussergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Die Prozedur ist jedoch nicht einfach. Das Team der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. in Passau berät seine Mitglieder gerne und prüft welche Kosten nach dem Schaden, der bereits ärgerlich genug ist, von der Steuer abgesetzt werden können. Übrigens: Auch Vermieter können Hochwasserschäden in ihrer Steuererklärung angeben. In diesem Fall werden die Kosten als Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung eingetragen.