PAparazzi:Frau Pernpointner, zunächst herzlichen Glückwunsch – für Sie hat sich in diesen Tagen ein langgehegter Traum erfüllt. Sie sind mit Ihrem Geschäft vom Bratfischwinkl in das Kantner Haus am Rindermarkt gezogen. Warum haben Sie sich nicht in Passaus neuer Mitte eingemietet?

Katrin Pernpointner: Ich habe immer gesagt, wenn ich je umziehe mit meinem Geschäft, dann möchte ich in dieses Haus am Rindermarkt ziehen. Ich habe mich bewusst für die Altstadt entschieden. Ein Laden in Passaus neuer Mitte käme für mich nie in Frage, da die Struktur der Geschäfte nicht zur Philosophie meines Ladens passt.

PAparazzi: Sie wollen bewusst die Altstadt stärken und auch Ihren Beitrag zu ihrer Belebung leisten, wie wollen Sie das machen ?

Katrin Pernpointner: Wichtig ist mir, dass Dinge gezeigt und verkauft werden, die in Deutschland erdacht und gemacht sind. Darauf lege ich als Hersteller, der hier seine Arbeitsplätze hat im Bayerischen Wald, sehr viel Wert. Die Touristen fragen verstärkt danach, wo ist das gemacht, wo kommt das her, was ist das für Holz. Und wenn die Produkte hiesig sind, spielt auch der Preis eine untergeordnete Rolle.

PAparazzi: Zusammen mit Ihrem Mann Heinz Pernpointner leiten Sie in dritter Generation die Firma Spagl in Hutthurm. Das Familienunternehmen ist Deutschlands größter Hersteller für Holzbilderrahmen. Mittlerweile gibt es Zweigniederlassungen in Oberösterreich und Böhmen. Sie beschäftigen rund 120 Mitarbeiter. Doch damit nicht genug – 1995 sind Sie mit Ihrem Geschäft livingart auch noch in den Einzelhandel eingestiegen. Aus welchem Antrieb heraus?

Katrin Pernpointner: Ich habe ein Faible für schöne Geschäfte, die etwas Ausgefallenes bieten. Und ich denke, dass es auch wichtig ist für eine so wunderschöne Altstadt wie hier in Passau, dass es auch noch diese schönen richtigen Einzelhandelsgeschäfte hat. Denn letztendlich möchte das auch der Tourist sehen, er möchte stöbern, er möchte was anderes sehen, als die Filialisten, die er in jeder anderen x-beliegigen Stadt auch vorfindet.
Ich sage auch immer, man soll nicht weinen in seiner Stadt, in der man lebt, sondern, wenn einem was nicht gefällt, es ändern. Als ich vor 25 Jahren nach Passau gekommen bin, gab es hier sehr wenig Kultur, und das erste was ich gemacht habe, war, dass ich Mitglied der Europäischen Wochen geworden bin.

PAparazzi: Seit 2002 sind Sie – neben all Ihren geschäftlichen Aktivitäten – auch Vorstandsvorsitzende der Europäischen Wochen Passau. Wie kriegen Sie all das unter einen Hut und was reizt Sie an dieser Tätigkeit?

Katrin Pernpointner: Zum einen: man muß delegieren und abgeben können. Außerdem lege ich sehr viel Wert auf Pünktlichkeit, das hilft, einen Tag, der vollgepackt ist mit Terminen, gut zu überstehen. Zum andern liegt mir die Stadt Passau sehr am Herzen und ich möchte meinen Teil leisten, etwas zu bewegen. Ich war schon immer musikbegeistert, organisiere gerne und stelle gerne was auf die Beine. Und – das mag sich vielleicht etwas seltsam anhören – ich erfreue gerne andere Menschen. Ich selbst habe ein sehr schönes Leben und ich möchte das gerne weitergeben.

PAparazzi: Wie sieht es mit Familie und Freizeit aus – bleibt hierfür trotz der vielen Verpflichtungen noch genügend Zeit?

Katrin Pernpointner: Für mich ist meine Arbeit mein Hobby oder umgekehrt. Die Grenzen sind hier fließend. Was sicher zu kurz kommt ist der Sport, zum Golfen komme ich nur sehr unregelmäßig, ab und an wird das Fahrrad aus der Garage geholt. Meine Familie und mein berufliches Engagement lassen sich sehr gut vereinbaren. Mit meinem Mann sowieso, wir arbeiten ja in der Firma sehr eng zusammen, und mein Sohn war schon immer sehr eigenständig, so dass ich nicht die Übermutter geben musste.

PAparazzi: Auch wenn Ihre Arbeit Ihr Hobby ist – es wird auch bei Ihnen mal den einen oder anderen stressigen Tag geben. Wie entspannen Sie nach einem anstrengenden Arbeitstag?

Katrin Pernpointner: Wir kochen gerne zuhause, mit Vorliebe asiatisch. Ich gebe zu, ich kann auch beim Fernsehen gut entspannen und ich gehe auch gerne spontan und alleine ins Kino.

PAparazzi: Wann haben Sie Ihre Liebe zur Kunst und zu schönen Dingen entdeckt?

Katrin Pernpointner: Ich habe schon immer gern dekoriert und mir schöne Kleider genäht, war immer gut oder besser angezogen als die anderen, auch wenn ich nicht viel Geld hatte. Auch mein Freundeskreis hatte sich für Kunst interessiert und so ergab es sich, dass ich Kunst als Leistungskurs wählte und später auch Kunstgeschichte studierte.

PAparazzi: Sie bezeichnen sich selbst als „Ästhetikerin“. Ist man dadurch auch automatisch auch ein Pedant?

Katrin Pernpointner: (lacht) Nein, überhaupt nicht. Mein Mann sagt, ich sei ganz unordentlich. Aber meine Unordnung hat System. Was mich aber beispielsweise stört: wenn bei einer Banane, die in einer schönen Schale liegt, noch der Chiquita-Aufkleber dran ist, dann muss ich das abmachen. Das mag für die einen vielleicht pedantisch sein, für mich hat es mit Ästhetik zu tun.

PAparazzi: Sie haben sich soeben mit dem Umzug in das Kantner-Haus einen kleinen Traum erfüllt – was sind Ihre nächsten Pläne?

Katrin Pernpointner: Ich werde in der Firma Spagl noch mehr Führungsaufgaben übernehmen. Mein Mann will demnächst in Pension gehen und ich werde die Geschäftsführung von ihm übernehmen.

PAparazzi:Verraten Sie uns zum Schluss noch Ihr Erfolgsrezept?

Katrin Pernpointner: Ich bin ein sehr optimistischer und fröhlicher Mensch und habe Spaß am Leben. Und immer wenn ich merke, dass sich Unzufriedenheit einstellt, dann ändere ich meine Situation. Ich glaube, das ist auch ganz wichtig in der heutigen Zeit, dass man flexibel ist und dass man sich, wenn es die Situation erfordert, immer wieder neu erfindet. Das versuche ich auch meinem Sohn mitzugeben.

PAparazzi: Vielen Dank für dieses Interview.

PAparazzi: Wenn ich nicht das geworden wäre, was ich bin, dann wäre ich gerne ….
Katrin Pernpointner: Reisejournalistin
PAparazzi: Der schönste Platz auf dieser Welt ist für mich ….
Katrin Pernpointner: Da, wo ich glücklich bin, das kann überall sein.
PAparazzi: Mein Lieblingsgetränk
Katrin Pernpointner: Wasser und trockener Weißwein
PAparazzi: Mein Lieblingsgericht
Katrin Pernpointner: auf jeden Fall asiatisch
PAparazzi: Mein Lieblingsfilm
Katrin Pernpointner: „Frühstück bei Tiffany“
PAparazzi: Mein Lieblingsbuch
Katrin Pernpointner: „Der verwunschene Garten“
PAparazzi: Mein(e) LieblingsschauspielerInnen
Katrin Pernpointner: Richard Gere, Audrey Hepburn, Romy Schneider
PAparazzi: Meine Lieblingsmusik
Katrin Pernpointner: Hip hop, Klassik, je nach Stimmung

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