Dass Kinder in bestmöglicher Umgebung aufwachsen, dafür setzt der Kinderschutzbund sich ein. Und auch hier auf dem Land – wo nach aussen oft der Schein der harmonischen Idylle gewahrt wird – ist die Arbeit des Vereins unverzichtbar. Denn auch in Passau gibt es Eltern, die ohne die Hilfe des Kinderschutzbundes ihren Schützlingen kein behütetes Aufwachsen bieten könnten. Meist sind es keine schlechten Eltern, die ihre Kinder nicht lieben. Im Gegenteil, sehr viele Betroffene lieben ihre Schützlinge über alles, aber sind als Alleinerziehender überfordert, können wegen finanziellen Engpässen nicht ausreichend für die Kleinen sorgen oder werden von Krankheiten gequält. So vielfältig die Probleme der Familien sind, so vielfältig ist auch die Arbeit des Kinderschutzbundes.

In Passau werden unter anderem folgende Aktionen geboten:

Begleiteter Besuchskontakt: Ziel ist es Kindern getrennt lebender Eltern auch in schwierigen Situationen Kontakt zu beiden Elternteilen zu ermöglichen. Dies kann beispielsweise geschehen, indem Mitarbeiter des Kinderschutzbundes bei der Übergabe oder während des gesamtes Besuches dabei sind.

Familienhilfe: Die ehrenamtlichen Familienhelferinnen unterstützen Familien bei der Erledigung von Alltagsaufgaben. Sie begleiten Mütter beispielsweise zum Einkaufen, zeigen ihnen, wie man gesund und dennoch günstig kochen kann, helfen ihnen im Umgang mit Behörden, vermitteln die Kinder an Vereine usw. Ziel ist es, den Kindern Zugang zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung zu ermöglichen und den Eltern zu helfen Struktur in den Alltag zu bringen und somit der Überforderung entgegen zu wirken.

SAMS-Stube: Ganz neu im Programm ist die SAMS-Stube. Hierher können Eltern ihre Kinder zwischen drei und sechs Jahren samstags bringen. So sind die Kinder auch am Wochenende in guten Händen, wenn die Eltern beispielsweise arbeiten oder noch eine Erledigungen machen müssen.

Kinderstube: Die Kinderstube ist eine staatlich anerkannte Einrichtung, in der von Montag bis Freitag Babys bis zu drei Jahren betreut werden.

Kleiderladen: Im Kleiderladen können bedürftige Eltern ihre Kinder bis zu dreimal jährlich mit den gespendeten Klamotten einkleiden oder auch Gegenstände wie Wippen, Kinderwägen, Kindersitze und dergleichen ausleihen.

Lesemonster und Leseratten: Gemeinsam mit geschultem Personal beschäftigen sich Klein- und Grundschulkinder mit verschiedenen Geschichten, üben Rollenspiele ein, basteln Gegenstände passend zu den Inhalten, singen, erzählen die Geschichte nach oder üben Bewegungsspiele ein. Ziel ist es, den Kindern die Freude am Lesen zu vermitteln.

Deutschunterricht für anderssprachige Kinder: Um ihnen die Eingewöhnung in die neue Heimat und die Integration zu erleichtern, übt das geschulte Personal auf spielerische Art und Weise die deutsche Sprache mit den Kindern.

Ferienprogramm: In den Sommerferien gestaltet der Kinderschutzbund zusammen mit engagierten Jugendlichen ein buntes Ferienprogramm für alle interessierten Kinder.

Oberstes Prinzip bei Kinderschutzbund ist, dass alles auf freiwilliger Basis geschieht. „Wir machen nicht die Arbeit vom Jugendamt“, betont Vorsitzende Evi Buhmann. „Wenn Eltern das Gefühl haben, alleine nicht zu recht zu kommen, dürfen sie sich jederzeit bei uns melden, wir helfen dann gerne weiter. Aber wir gehen nicht von uns aus in die Familien und drängen ihnen irgendetwas auf.“ Wichtig ist Evi Buhmann und ihren Mitarbeitern auch, dass sämtliche Angebote für alle Kinder zugänglich sind. „Ob Kinder von wohlhabenden Ärzten oder von Hartz IV-Empfängern – bei uns darf jeder mitmachen, da gibt es keine Unterschiede. Wir legen Wert darauf, dass die Kinder nicht aufgrund ihrer Abstammung isoliert voneinander aufwachsen. Sie sollen gemeinsam Spass haben und sich sinnvoll beschäftigen. Familiäre Hintergründe behandeln wir natürlich diskret.“