Wenn man an Urlaub in Frankreich denkt, fällt einem zuerst die „Blaue Küste“, die Côte d’Azur im Süden der Republik ein. Cannes, St. Tropez, Nizza … wer kennt sie nicht, die mondänen Strandmetropolen mit ihren feudalen Motoryachten und dem Flair von Hollywood und Wall-Street? Doch für den sparsamen Geldbeutel ist der Urlaub an der Südküste Frankreichs ein zuweilen teurer Spaß, den sich nur wenige wirklich leisten können, ohne dafür jahrelang darben zu müssen. Warum nicht also in die andere Richtung schauen und sich gen Norden orientieren – Die Normandie lockt mit charmanten Gastgebern
Die Normandie ist weniger überlaufen als der Süden Frankreichs, im Sommer ebenfalls sehr warm, aber ohne schweißtreibende Luft feuchtigkeit. Immer gibt es eine erfrischende Brise vom Meer. Die Normandie profi tiert noch vom Golfstrom (freiwachsende Palmen auf dem Mont St. Michel) und hat besonders im Sommer ein dem Tessin ähnliches Klima. Hier wachsen auch überall in den Wäldern Edelkastanien. Das Land, das noch zu einem großen Teil landwirtschaft lich genutzt wird (hauptsächlich Viehwirtschaft die lustig
„gesprayten“ normannischen Rinder leben das ganze Jahr auf der Weide und werden hauptsächlich für die Fleischwirtschaft verwendet), ist sehr fruchtbar.

Herrliche, weitläufige Sandstrände bei Cabourg, Deauville und Trouville. Die Normandie ist von Geschichte getränkt (von den Wikingern bis zur Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg), bietet kulinarisch, aber auch kulturell und bezüglich Sportmöglichkeiten vom Reiten und Kanu-Fahren über Golf und Tennis bis zum Strandsurfen (mit im Wind über den Sandboden flitzenden Segelmobilen) sehr viel.

DAS LAND DES CIDRE UND DES CALVADOS

„Calvados“ ist ein doppeldeutiger Name. Einerseits bezeichnet er ein Département, andererseits ist Calvados auch ein Apfelweinbrand (mit Ursprungsbezeichnung), der hier (und noch in einigen Gemeinden des Départements Eure) gebrannt wird.

Der Name „Calvados“ geht auf eine spanische Fregatt e der Armada zurück, die den Weg zur See-Schlacht (westlich Schott land) verpasst hat und an den Klippen der Normandie zerschellte. Sie hieß „Calvador“, was gemäss Hermann Schreiber (in einem lesenswerten Buch über die Normandie) mit „Entmaster“ übersetzt wird. Die Fregatt e soll also in Seeschlachten zum Entmasten gegnerischer Schiff e eingesetzt worden sein, erlitt dieses Schicksal aber an der Küste der Normandie.