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Die Pflege bzw. Betreuung von Angehörigen ist heute ähnlich wie die Kinderbetreuung in vielen Haushalten eine große zeitliche Herausforderung geworden. Zu häufig müssen beide Elternteile einer regelmäßigen Beschäftigung nachgehen, um die laufen den Kosten zu decken.

Gerade im Bereich der Versorgung der älteren Angehörigen, entsteht dadurch seit Jahren einen Versorgungsengpaß. Denn nicht alle Senioren sind absolut Pflegebedürftig, dennoch benötigen sie Unterstützung im täglichen Alltag. Eine deutsche Haushaltshilfe in Vollzeitanstellung würde das Budget in vielen Fällen aber sicherlich vollständig belasten. Eine Chance bietet allerdings die Entsendung von legalen Haushaltshilfen aus dem europäischen Ausland.

Häufig entsteht durch das osteuropäische Gehaltsgefälle ein verhältnismässig günstiger Stundensatz, der eine Pflegekraft aus Osteuropa zu einer bezahlbaren Unterstützung macht. Aber ist das nicht Ausbeutung?

Dorota Weindl, Inhaberin der Pflegeagentur „Pflege-Institut“ in Pocking dazu: Die Situation in Polen ist nicht einfach, denn in Polen ist der Arbeitsmarkt sehr schwierig und die Bezahlung schlecht. Somit ist es für viele Haushaltshilfen auch eine echte Chance, auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Stelle mit dem deutschen Mindestlohn zu erhalten. Sicherlich ist die Entsendung von Pflegepersonal über mehrere Wochen auch eine Belastung für unsere Pflegekräfte. Aber ein – gemessen am durchschnittlichen polnischen Einkommen – überdurchschnittliches Salaire entschädigt viele Pflegekräfte für die Trennung aus der heimischen Umgebung. Die dadurch entstehende WinWin-Situation ist also sinnvoll, wenn die Haushaltshilfen legal nach Deutschland entsendet werden, der Lebenmittelpunkt für die Pflegekraft in Polen verbleibt.

Überdies ist auch zu erwähnen, dass es ja eigentlich gar keine 24-Stunden Pflege gibt. Die Pflegekräfte werden nach Deutschland entsandt und unterliegen damit natürlich auch vollständig der deutschen Gesetzgebung. Keine Pflegekraft muss also 24 Stunden Dienste leisten. Der Begriff rührt umgangssprachlich einfach daher, weil die Pflegekräfte in aller Regel eine Unterkunft im nahen Umfeld des Mandanten erhalten und somit ein stückweit in der Familie integriert werden. Dennoch dürfen dabei erlaubte Stundengrenzen selbstverständlich nicht überreizt werden.