po32.jpgEs erinnert fast an ein geheimnisvolles Ritual: Ein sanft abfallender, in Blautönen gehaltener Gang führt hinab in den Bauch der Erde. Eine Biegung noch, dann steht der Pilger vor dem Eingang zum versunkenen Tempel. Sieben Stufen steigt er hinab und vor ihm öffnet sich der Blick auf eine ruhig brennende Flamme, die über der kreisrunden Wasserfläche zu schweben scheint. Alltag und Hektik hinter sich lassend ist er nun bereit, sich in die Mysterien von Stille und Wohlgefühl einweihen zu lassen.

Der Abstieg in den neuen Saunabereich des Posthotels Achenkirch hat tatsächlich etwas Mystisches an sich: Schon in der äußeren Gestaltung wird der Übergang in eine andere, dem Alltäglichen entrückte Sphäre betont. Ein Refugium der Stille und Einkehr wollte Karl Reiter jun. schaffen und fand in einem noch ungenutzten unterirdischen Raum den idealen Ort dafür, zogen sich doch seit jeher die Menschen ins Innere der Erde zurück, wenn sie Erneuerung, Reinigung, Spiritualität suchten.

In Asien, seinem bevorzugten Reiseziel, fand Karl Reiter jun. in einem langen Entwicklungsprozess viele seiner Ideen und Inspirationen für den neuen Saunabereich. Sein Zentrum ist ein kreisrunder Meditationsraum. Überwölbt von einer zum Teil gläsernen Kuppel bildet eine Feuerstelle inmitten eines runden Wasserbeckens den Ruhepol und allseits sichtbaren Mittelpunkt der ganzen Anlage. Wer sich ganz zurückziehen will, kann dies im anschließenden Ruheraum, einem „Nest“ mit ovalen Nischen tun.

Eine Ebene höher verbindet eine Brücke Soledom und Dampfbad auf der einen mit Tempelsauna und Eisbrunnen auf der anderen Seite. So wurde die Offenheit des Raumkonzepts und der freie Blick auf die zentrale Flamme im Meditationsraum gewahrt. Edle Naturmaterialien – Stein, dunkles Holz, Blöcke von Himalaja-Salzsteinen – Farben aus der Skala der erdig-pflanzlichen Naturtöne und Anleihen aus der reichen Kultur Asiens prägen auch hier den Stil, der sich bewusst vom gediegenen Landhausstil des Posthotels abhebt.

Saunagänge und Dampfbäder, salzige Luft und Aufgüsse mit duftenden Kräutern verwöhnen und reinigen den Körper, der starke Sinnenreiz des Wechsels zwischen heiß und kalt regt ihn an. So eingestimmt kann nun der Pilger zum versunkenen Tempel der aufregendsten Erfahrung begegnen: dem Eintauchen in die Stille, der Reise zum Ich.