Deutschland ist Eurpameister! Was sich anhört wie eine frohe Botschaft ist in Wahrheit die traurige Meldung des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale und der Organisation diabetesDE. Denn Deutschland ist Europameister im Übergewicht und die Folgen sind verheerend. In der Bundesrepublik leben nach Aussage der International Diabetes Federation 7,5 Millionen Menschen mit Diabetes – Tendenz steigend. Ein zweiter Europameister-Titel, den das Land nicht braucht.

Zwei Drittel aller deutschen Männer und gut die Hälfte deutscher Frauen sind zu dick. Damit sind die Bundesrepublik und die USA gleich auf.

Immerhin sind durchschnittlich noch 46,5 Prozent der Deutschen Normalgewichtig, nur 2,1 Prozent sind untergewichtig, satte 36,7 Prozent sind übergewichtig und sogar 14,7 Prozent fettleibig. Den Höhepunkt erreicht das Übergewicht in einer Altersklasse zwischen 70 und 74 Jahren: Männer haben zu 74 Prozent zu viele Kilos auf den Rippen, Frauen zu 63 Prozent. Auch verheiratete Männer und verwitwete Frauen liegen ganz weit vorne.

Besonders erschreckend ist die hohe Zahl an übergewichtigen Kindern: Jedes vierte Kind in der Bundesrepublik ist heute zu schwer und legt sich damit schon erste Steine in den eigenen Lebensweg. Denn 85 Prozent der dicken Kinder haben auch im Erwachsenenalter mit überflüssigen Pfunden zu kämpfen.

Die Konsequenzen reichen von gesundheitlichen Problemen über psychische Erkrankungen bis hin zu sozialen Problemen. Das Sterblichkeitsrisiko steigt mit jedem Kilo Übergewicht linear an. Bei Männern mittleren Alters mit mehr als 115 Kilogramm liegt das Sterblichkeitsrisiko um 200 Prozent höher als bei ihren schlanken Altersgenossen. Die häufigste Krankheit bei übergewichtigen Menschen ist Diabetes. Zwölf Prozent aller Deutschen zwischen 20 und 79 Jahren leiden an der Zuckerkrankheit. Zu hohe Cholesterinwerte und Herzinfarkt stehen auf Rang zwei und drei. Es folgen Schlaganfall, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Venenschwäche, Herzschwäche, Krebs, Arthrose, Lungenerkrankungen und Impotenz. Alleine das Herzinfarkt-Risiko lässt sich mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und einer stabilen seelischen Verfassung um 70 Prozent senken.

Aber nicht nur physische sondern auch psychische Krankheiten treten vor allem bei sehr jungen übergewichtigen Menschen häufig auf. Sie schämen sich für ihren Körper, ziehen sich zurück und verfallen nicht selten in Fressattacken – der Teufelskreis schließt sich. Studien belegen, dass sehr dicke Kinder den selben psychischen Stress erleiden wie krebskranke Kinder während der Behandlung.