Ein kurzer Blick in die bayerische Starkbier-Geschichte

In Bayern kommt den Klöstern eine Sonderrolle bei der Entwicklung des Starkbieres zu. „Trinken bricht das Fasten nicht“, sagten die Mönche und ergänzten während der Fastenzeit die karge Kost nahr- und vor allem schmackhaft mit Getränken, auch mit Bier. Aus dieser Tradition stammen die über 200 „Atoren“, die in Bayern ausgeschenkt werden.

Die Mönche aus dem Orden des Franz von Paula, kurz Paulaner, kamen 1627 aus Italien nach München und nannten ihr dunkles Bier „des heiligen Franz Öl“ oder „Sankt-Vaters-Bier“. Wenn man das schnell ausspricht wird „Savater-Bier“ daraus. Die Leute machten daraus „Salvator-Bier“, das zunächst nichts mit der Fastenzeit zu tun hatte. Es war ein Festbier, das die Paulaner zum Namens- und Todestag ihres Ordensstifters am 2. April brauten. 1751 erhielten die Mönche offiziell die Erlaubnis, zu diesem Ehrentag ein extraktreiches und nach Rezepten des Klosters Benediktbeuren gebrautes Bier herzustellen und öffentlich auszuschenken. 1780 erlaubte Kurfürst Karl-Theodor den Paulanern den unbeschränkten Bierausschank. Bald wurde es üblich den bayerischen Kurfürsten zum Anstich zu begrüssen und ihm den ersten Krug zu reichen.

Einer Legende nach brauchten die Mönche, um Starkbier zu brauen, auch eine kirchliche Sondergenehmigung. Sie schickten ein Fässchen nach Rom. Der Papst sollte das Klosterbier kosten und anschliessend seine Erlaubnis geben. Beim Transport über die Alpen kräftig geschüttelt und unter italienischer Sonne immer wieder erwärmt, kam viele Wochen später das inzwischen sauer gewordene Bier an. Der Heilige Vater probierte den vielgepriesenen Trunk. Er fand ihn furchtbar. Solches Bier schien ihm kaum ein Problem für das Seelenheil seiner Brüder nördlich der Alpen. Er erteilte die gewünschte Brau- und Schankgenehmigung.